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Hygiene / Legionellen
(Ratgeber des RKI aktualisiert: Oktober 2001, Erstveröffentlichung
im Epidemiologischen Bulletin 49/1999) - Ausschnitt -
.hier geht
es zum Originalbericht des RK über Legionellen Version 2006 als PDF
Legionärskrankheit
Erreger
Legionellen gehören zur Familie der Legionellaceae,
Genus Legionella. Es sind im Wasser lebende gramnegative
nicht sporenbildende Bakterien, die durch ein oder mehrere
polare oder subpolare Flagellen beweglich sind. Alle Legionellen
sind als potenziell humanpathogen anzusehen. Es existieren
insgesamt mehr als 44 Arten mit mehr als 66 Serogruppen.
Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist
Legionella pneumophila (Anteil von etwa 90 %). Sie enthält
14 Serogruppen; die Serogruppen 1, 4, 6 besitzen die größte
Bedeutung.
Vorkommen
Erkrankungen des Menschen treten weltweit sporadisch
oder im Rahmen von Ausbrüchen auf. Nach dem Infektionsort
unterscheidet man nosokomiale und ambulant erworbene Legionellosen.
Als Sonderform der ambulant erworbenen Pneumonie wird die
Reise-assoziierte Legionellose erfasst. Erkrankungen treten
häufiger in den Sommer- und Herbstmonaten auf.Nach Hochrechnung
mehrerer nationaler und internationaler Studien ist in Deutschland
schätzungsweise mit 6.000-10.000 Legionella-Pneumonien
pro Jahr zu rechnen; bei etwa 1-5 % der in Krankenhäusern
behandelten Pneumonien wird eine Legionellose diagnostiziert.
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Infektionsweg
Die im Wasser vorhandenen Legionellen
führen nicht
zu einer direkten Gesundheitsgefährdung. Erst die
Aufnahme von Erregern durch Einatmen bakterienhaltigen
Wassers als Aerosol (z.B. beim Duschen,
in klimatisierten Räumen oder in Whirlpools) kann zur Erkrankung
führen. Besonders infizierte Amöbenpartikel sind
für die Übertragung wichtig, da Legionellen ihre
Virulenzgene intrazellulär aktivieren. Die Infektion
durch infizierte Amöben erklärt auch das bekannte
Dosis-Wirkungs-Paradox beim Auftreten von Legionellosen
(fehlende Infektionen trotz kontaminierter Wassersysteme
bzw. Infektion trotz minimaler Kontamination). Eine
Gesundheitsgefährdung durch Trinken von Wasser, in dem
sich Legionellen befinden, besteht bei immunkompetenten Personen
nicht. Bei abwehrgeschwächten Patienten
und bei Schluckstörungen (nach Operation im Kopf-
und Nackenbereich) ist eine Infektion nach Aspiration (Eindringen in die Atemwege - Anm. des Websitebetreibers) möglich.
Eine Übertragung von Legionellosen wird insbesondere
mit folgenden technischen Systemen in Verbindung gebracht:
* Warmwasserversorgungen (z.B. in Wohnhäusern, Krankenhäusern,
Heimen, Hotels),
* raumlufttechnische Anlagen (Rückkühlwerke von
RLT-Anlagen, Klimaanlagen),
* Badebecken, insbesondere Warmsprudelbecken (Whirlpools),
* sonstige Anlagen, die einen Spray von Wassertröpfchen erzeugen können
(z.B. Hydrotherapie, Dentaleinheiten, bestimmte Luftbefeuchter im häuslichen
Bereich).
Zum Nachweis einer Übertragung aus einem verdächtigen
Wassersystem auf den Patienten ist eine genetische Feintypisierung
von Patienten- und Umweltisolaten erforderlich.
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Reservoir
Primäres Reservoir ist das Wasser. Legionellen werden
weltweit im Süßwasser, nicht aber im Meerwasser
gefunden. Ihr Vorkommen wird entscheidend von der Wassertemperatur
beeinflusst. Ideale Bedingungen für die Vermehrung der
Legionellen bestehen bei Temperaturen zwischen 25 und 50 °C
(sog. Risikobereich). Sie können auch in kaltem Wasser
vorkommen, sich dort jedoch nicht in nennenswertem Maße
vermehren. Im Wasser vermehren sich Legionellen intrazellulär
in Amoeben und anderen Protozoen. Ideale Bedingungen für
eine Vermehrung von Legionellen bestehen an mit Wasser benetzten
Oberflächen, z. B. in Rohren, Armaturen, Klimaanlagen.
Ein erhöhtes Legionellenrisiko findet man besonders
bei älteren und schlecht gewarteten oder auch nur zeitweilig
genutzten Warmwasserleitungen und -behältern.
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Inkubationszeit
* Legionella-Pneumonie (klassische Legionellose, Legionärskrankheit):
2-10 Tage
* Pontiac-Fieber: 1-2 Tage
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Dauer der Ansteckungsfähigkeit
Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch wurde
nicht nachgewiesen.
Beratung und Spezialdiagnostik:
Konsiliarlaboratorium für
Legionellen
(Beratung, Diagnostik, Stammtypisierung)
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
des Universitätsklinikums der TU Dresden
Fiedlerstr. 42, 01307 Dresden
Ansprechpartner: Herr Dr. Chr. Lück
Tel.: 0351 / 458 6580 / 6554
Fax: 0351 / 458 6310
E-Mail: christian.lueck@mailbox.tu-dresden.de
Umweltbundesamt
(Expertise in technischen Fragen)
Forschungsstelle Bad Elster
Heinrich-Heine-Str. 12, 08645 Bad Elster
Ansprechpartner: Herr B. Schaefer
Tel.: 037437 / 76-225
Fax: 037437 / 76-219
E-Mail: benedikt.schaefer@uba.de
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Ausgewählte Informationsquellen
1. Darai G, Handermann M, Hinz E, Sonntag H-G (Hrsg.):
Lexikon der Infektionskrankheiten. Springer-Verlag, 1997,
S. 291-292
2. Chin J (ed):Control of Communicable Diseases Manual. American Public Health
Association, 2000, S. 281-283
3. Maiwald M, Helbig J.H, Lück PC: Laboratory methods
for the diagnosis of Legionella infections. J Microb Meth
1998; 33: 59-79
4. Yu VL: Resolving the contoversy on enviromental cultures for Legionella. Infect
Contr Hosp Epidemiol 1998; 893-897
5. Plouffe JF, File TM: Update of Legionella infections. Current Opinion in:
Infect Dis 1999; 12: 127-132
6. Falldefinitionen des Robert Koch-Instituts zur Übermittlung von Erkrankungs-
oder Todesfällen und Nachweisen von Krankheitserregern.
Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz
2000; 43:845-869. Springer-Verlag 2000
(im Internet: http://www.rki.de/INFEKT/IFSG/IFSG_FALLDEF.HTM)
7. RKI: Übersicht: Legionellen und Legionellose. Epid
Bull 1996; 35: 241-243
8. RKI: Fallbericht: Reise-assoziierte Legionella-Pneumonie. Epid Bull 1999;
25: 187-189
9. Nachweis von Legionellen in Trinkwasser und Badebeckenwasser. Bundesgesundheitsbl
- Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2000; 43: 911-915, Springer-Verlag 2000
10. DVGW-Arbeitsblatt W 551 (03/93): Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen;
Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums (zu beziehen über
Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH,
Postfach 14 01 51, 53056 Bonn)
11. DVGW-Arbeitsblatt W 552 (04/96): Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen;
Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums; Sanierung
und Betrieb; (zu beziehen über Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft
Gas und Wasser mbH, Postfach 140151, 53056 Bonn)
12. ISO 11731: Water quality - Detection and enumeration
of Legionella (1998; zu beziehen über Beuth-Verlag,
Berlin)
13. DIN 19643, Teil 1: Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser
(1997; zu beziehen über Beuth-Verlag, Berlin)
14. Hygienische Überwachung öffentlicher und gewerblicher Bäder
durch die Gesundheitsämter (Amtsarzt), Mitteilung
der Badewasserkommission des Umweltbundesamtes; Bundesgesundhbl
1997; 40: 435-440
15. Legionellosis-General. http://www.cdc.gov/ncidod/dbmd/diseaseinfo/legionellosis_g.htm
16. Prevention and Control of Legionnaires’ Diseases.
http://www.cdc.gov/ncidod/hip/pneumonia/2_legion.htm
17. European Working Group on Legionella Infections (EWGLI). http://ewgli.org
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