Datenschutz Impressum
Der beste Wasserspender gesucht? Entscheiden Sie selbst, ob er dabei ist.
Sitemap
Bildquellen (zum Teil modifiziert):
www.pixelio.de und eigene
Eisvogel: www.pixelio.de/Peashooter Bach: www.pixelio.de/RainerSturm Wasserfall: www.pixelio.de/schmitz-duisburg
|
Fitness / Ernährung / Wasser
als Mineralstoffquelle
Qualifiziert von BeamMachine
zurück
Untersuchungen
zur ernährungsphysiologischen Bedeutung
von Trinkwasser in Deutschland
Prof.
Dr. Helmut Heseker, Universität Paderborn
Die mit Abstand beste Publikation die ich kenne, zum Thema Mineralstoffversorgung
mit Trinkwasser.
(Anmerkung von P.Röhl)
In der "Schlussfolgerung" können Sie die Kernaussage diese Studie nachlesen (Anmerkung von P.Röhl)
Original: http://www.forum-trinkwasser.de/studien/Studie1/Studie1.htm
Auf den Seiten von "Forum-Trinkwasser.de" finden Sie viele
weitere interessante Studien über das Thema Trinkwasser
Inhaltsverzeichnis
Physiologische Bedeutung von Wasser
Folgen einer unzureichenden Wasserzufuhr
Empfehlungen für die tägliche Wasserzufuhr
Das Lebensmittel Trinkwasser
Bewertung verschiedener Wasserqualitäten durch die WHO und
DGE
Trinkwasserverbrauch und Trinkwasserkonsum in Deutschland
Ernährungsphysiologische Bedeutung von Mineralstoffen
Versorgungssituation mit Mineralstoffen in Deutschland
Bedeutung von Trink- und Mineralwasser als Mineralstoffquellen
Bedeutung des Calciumgehaltes in Trink- und Mineralwässer
Vergleich des Magnesiumgehaltes in Trink- und Mineralwässern
Vergleich des Natriumgehaltes in Trink- und Mineralwässern
Schlussfolgerung
Literaturhinweise
Hinweis zum Wasserentzug durch Kaffee
Physiologische
Bedeutung von Wasser
Auf Grund
seiner besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften ist Wasser geradezu
prädestiniert, Lebensprozesse zu ermöglichen und zu erhalten. Wasser
hat daher für alle Lebewesen eine immense Bedeutung als universelles Lösungsmittel,
Transportmittel, Kühlmittel, Reaktionspartner biochemischer Reaktionen
und nicht zuletzt als Baustoff.
Der Körper
des Neugeborenen besteht zunächst zu 75 bis 80 % aus Wasser. Der normalgewichtige
erwachsene Mann besteht immerhin noch zu ca. 60 % aus Wasser, die erwachsene
Frau auf Grund des höheren Körperfettanteils zu 50 bis 55 %. Übergewichtige
Frauen und Männer haben gegenüber normalgewichtigen einen geringeren
prozentualen Gesamtkörperwassergehalt. Mit zunehmendem Alter nimmt der
Körperwassergehalt weiter ab. Der tägliche Wasserumsatz beträgt
5 bis 6 % des Gesamtkörperwassers (Morlion, 1999).
Das mit
flüssigen und festen Nahrungsmitteln zugeführte Wasser wird zu 65
% im Dünndarm und zu 35 % im Dickdarm absorbiert. Die Wasserausscheidung
erfolgt über Nieren, Haut, Lunge und Darm. Unter normalen Bedingungen
übersteigt die Wasseraufnahme den Wasserbedarf deutlich. Der Wasserhaushalt
ist durch den Durst und verschiedene Reglersysteme genau geregelt, wobei die
Niere das Hauptregulationsorgan im Wasserhaushalt ist. Für die Ausscheidung
harnpflichtiger Substanzen durch die Nieren benötigt der Erwachsene mindestens
700 ml Wasser/Tag. Etwa 350 ml gibt die Haut pro Tag in Form von Wasserdampf
ab. Starkes Schwitzen kann allerdings zu einem Wasserverlust von bis zu 4 l/Tag
führen. Die Abgabe aus der Lunge über die Atemluft beträgt ebenfalls
ca. 350 ml/Tag. Eine hohe Kochsalz- und/oder Proteinzufuhr hat eine drastisch
erhöhte Wasserausscheidung zur Folge. Das Trinken von 500 ml Meerwasser
würde z. B. zu einem zusätzlichen Wasserverlust von 300 ml Wasser
führen, da für die Ausscheidung der im Meerwasser gelösten Salze
ca. 800 ml Wasser benötigt werden. Die durchschnittliche Wasserzufuhr beträgt
1,5 bis 2,5 l Wasser/Tag. Vom gesunden Erwachsenen werden aber auch höhere
Wasseraufnahmen gut toleriert, da die Nieren in der Lage sind, pro Stunde fast
1 l auszuscheiden. Die maximal auch längerfristig tolerierte Flüssigkeitszufuhrmenge
beträgt ca. 10 l/Tag (Elmadfa und Leitzmann, 1998).
zum Inhaltsverzeichnis
Folgen
einer unzureichenden Wasserzufuhr
Der Wassergehalt
des menschlichen Körpers wird sehr genau kontrolliert und konstant gehalten.
Verliert der Körper mehr als 0,5 % seines Gewichts an Wasser (0,3 bis
0,4 l) entsteht bereits ein Durstgefühl. Flüssigkeitsverluste von
nur 2 %, z. B. durch starkes Schwitzen oder Diarrhoen (= starke Durchfälle),
vermindern bereits die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.
Werden die Flüssigkeitsverluste nicht rechtzeitig ersetzt, werden dem
Blut und dem Gewebe Flüssigkeit entzogen. Das Blut fließt langsamer,
und harnpflichtige Substanzen können nicht mehr in ausreichendem Umfang
ausgeschieden werden. Gleichzeitig ist die Versorgung der Muskelzellen mit
Sauerstoff und Nährstoffen herabgesetzt. Eine Abnahme des Körperwassers
um 3 % führt bereits zu einem Rückgang der Speichelsekretion und
der Harnproduktion sowie zu Mundtrockenheit und Verstopfung.
Bei einer
Abnahme um 5 % treten Tachykardien (= beschleunigter Puls) ein, und die Körpertemperatur
steigt. Schon nach 2 bis 4 Tagen ohne Wasserzufuhr treten Übelkeit, Schwindelgefühle,
Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Erbrechen und Muskelkrämpfen
auf. Ein Wasserlust von 10 % führt zu Verwirrtheitszuständen. Ein
Wasserdefizit von mehr als 20 % führt unweigerlich zum Tode durch Nieren-
und Kreislaufversagen (Elmadfa und Leitzmann, 1998).
Bei
älteren und besonders bei hochbetagten Menschen ist das Durstempfinden
oft deutlich herabgesetzt, so dass zu wenig getrunken wird. Bei sommerlicher
Hitze und starkem Schwitzen kommt es daher nicht selten zu Austrocknungszuständen,
die mit Austrocknung der Haut und Schleimhaut, vermindertem Speichelfluss, Verwirrtheit,
Bewusstlosigkeit und Kreislaufkollaps einhergehen und einen Krankhausaufenthalt
erforderlich machen (Volkert, 1997).
zum Inhaltsverzeichnis
zurück
Empfehlungen
für die tägliche Wasserzufuhr
In den
neuen Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr (DGE et al., 2000) werden
für die Höhe der täglichen Gesamtwasserzufuhr folgende Richtwerte
genannt:
|
1
ml/kcal (etwa 250 ml/MJ) |
|
mehr
als 1 ml/kcal (mehr als 250 ml/MJ) |
|
etwa
1,5 ml/kcal (etwa 360 ml/MJ) |
 |
| MJ
= Mega-Joule 1.000 ml (Milliliter) = 1 l (Liter) |
| Tabelle
1: Richtwerte für die Zufuhr von Wasser |
| Alter |
Wasserzufuhr |
| |
Getränke
ml*/Tag |
feste
Nahrung
ml*/Tag |
 |
| Säuglinge |
|
|
0 - 3
Monate
|
620 |
- |
| 4 -12
Monate |
400 |
500 |
| Kinder |
|
|
| 1 - 3
Jahre |
820 |
350 |
| 4 - 6
Jahre |
940 |
480 |
| 7 - 9
Jahre |
970 |
600 |
| 10 -
12 Jahre |
1.170 |
710 |
| 13 - 14
Jahre |
1.330 |
810 |
| Jugendliche
und Erwachsene |
|
|
| 15 - 18
Jahre |
1.530 |
920 |
| 19 - 24
Jahre |
1.470 |
890 |
| 25 - 50
Jahre |
1.410 |
860 |
| 51 -
64 Jahre |
1.230 |
740 |
| 65 u. älter |
1.310 |
680 |
| Schwangere |
1.470 |
890 |
| Stillende |
1.710 |
1.000 |
 |
| * 1.000
Milliliter (ml) = 1 Liter (l), (Quelle: DGE et
al., 2000) |
zur graphischen Darstellung ...hier
Bei der
Berechnung der Gesamtwasserzufuhr ist noch zusätzlich das Oxidationswasser
(etwa 125 ml/1000 kcal ) zu berücksichtigen, das beim Abbau der Nährstoffe
(Kohlenhydrate, Fette, Proteine) entsteht. Der Wasserbedarf ist erhöht
bei hohem Energieumsatz, Hitze, trockener und kalter Luft, hohem Kochsalzverzehr,
hoher Proteinzufuhr und verschiedenen Erkrankungen (z. B. Fieber, Erbrechen,
Durchfall). Bei starker körperlicher Anstrengung kann der tägliche
Wasserbedarf das 3- bis 4-fache der in der Tabelle 1 genannten Richtwerte erreichen;
in Extremsituationen über 10 l/Tag.
Jede sportliche
Aktivität sollte mit einer ausgeglichenen Flüssigkeitsbilanz begonnen
werden. Bei länger andauernden sportlichen Tätigkeiten (über
45 min) sollten bereits während der Belastung evtl. eingetretene Flüssigkeitsverluste
ersetzt werden, um die körperliche Leistungsfähigkeit, Konzentration
und Koordination zu erhalten und um Kreislaufzusammenbrüche zu vermeiden.
Da bei
geringer Nahrungsaufnahme das in festen Lebensmitteln enthaltene Wasser fehlt
und auch weniger Oxidationswasser gebildet wird, muss bei geringer Nahrungsaufnahme
(z. B. bei energiereduzierten Diäten oder Fasten) besonders viel Wasser
zugeführt werden.
Zur Deckung
des Flüssigkeitsbedarfs steht ein reichhaltiges Sortiment an Getränken
zur Verfügung. Allen Getränken ist gemeinsam, dass sie Wasser enthalten.
Darüber hinaus enthalten viele Getränke noch andere Substanzen, z.
B. enthält Milch Proteine, Fette und Milchzucker, Bohnenkaffee und schwarzer
oder grüner Tee Coffein, Fruchtsaft Vitamine und Mineralstoffe, Limonaden
Zucker und Bier oder Wein enthält Alkohol. Diese zusätzlichen Inhaltsstoffe
beeinflussen teilweise ebenfalls den Wasserhaushalt. So führen Coffein >>1 und
Alkohol zu einer Diurese, d. h. vermehrten Harnproduktion. Entsprechende Getränke
sind daher als Genussmittel und nicht als Durstlöscher anzusehen. In Österreich,
Italien oder Frankreich ist es allgemein üblich und auch sinnvoll, zum
Kaffee/Tee oder zu alkoholischen Getränken gleichzeitig Wasser zu trinken.
Besonders im Breitensport führt ein ungünstiges Trinkverhalten (zu
wenig und zur falschen Zeit; Getränke mit ungünstiger Zusammensetzung)
nicht selten zu Problemen. Der Arbeitskreis "Sport und Ernährung"
der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE; 2001) nennt in
seinen Trinkempfehlungen für den Breitensport Trink- und Mineralwässer
ohne oder mit wenig Kohlensäure sowie mit diesen Wässern verdünnte
Fruchtsäfte als besonders geeignete Durstlöscher.
Fazit
1: Eine ausreichende Zufuhr (1,5 bis 2,5 l/Tag) an Wasser ist lebensnotwendig.
Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr führt zu deutlichen Einschränkungen
der Leistungsfähigkeit. Für alle gesunden Menschen sind alkohol-
und coffeinfreie, energiefreie oder energiearme Getränke wie z. B. Wasser
mit und ohne Kohlensäure, pur oder gemischt mit Fruchtsäften (=
Schorle) ideale Durstlöscher. Die genannten Getränke sind auch zum
Ausgleich von Schweißverlusten und zur Verhinderung vorzeitiger Erschöpfung
bei Breitensportlern hervorragend geeignet.
zum
Inhaltsverzeichnis
Das
Lebensmittel Trinkwasser
Wasser
ist nicht nur mengenmäßig unser wichtigstes, täglich zugeführtes
Nahrungsmittel. Ohne Wasserzufuhr kann der Mensch nur wenige Tage
überleben; ohne Energiezufuhr immerhin Wochen oder Monate. Trinkwasser
kann in Deutschland bequem, preiswert und in einwandfreier Qualität aus
jedem Wasserhahn gezapft werden. Das Nahrungsmittel Trinkwasser liefert nicht
nur den lebenswichtigen Nährstoff Wasser, sondern auch weitere, gesundheitlich
relevante Mineralstoffe.
Deutschland
ist ein Land, in dem Trinkwasser in ausreichender Menge und hoher Qualität
zur Verfügung steht. Die Wasserversorgungsunternehmen sorgen dafür,
dass das abgegebene Trinkwasser den strengen Vorschriften der Trinkwasserverordnung
entspricht: Trinkwasser in Deutschland gehört zu den am strengsten kontrollierten
Lebensmitteln. Um ein Leben lang Trinkwasser trinken und genießen zu
können, hat der Gesetzgeber für eine Reihe von Substanzen unterschiedlicher
Herkunft Grenzwerte erlassen. An diese Grenzwerte werden deutlich strengere
Maßstäbe angelegt als an übrige Lebensmittel. Die neue EU-Richtlinie
und die Trinkwasserverordnung tragen ebenfalls der großen Bedeutung Rechnung,
die das Trinkwasser für unsere Gesundheit einnimmt und hat aus Gründen
des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes eine strengere Handhabung
der Trinkwasserverordnung verfügt. Umweltschutzorganisationen, Behörden,
wissenschaftliche Institute und die Wasserwirtschaft sind sich grundsätzlich
einig, dass Trinkwasser in Deutschland eine gute Qualität aufweist. Der
Arbeitskreis Wasser des BBU (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz
e.V.) weist ausdrücklich darauf hin, dass die Schadstoffaufnahme über
feste Lebensmittel und die Atemluft in der Regel um 100- bis 1000mal höher
liegt als über Trinkwasser.
zum Inhaltsverzeichnis
Bewertung
verschiedener Wasserqualitäten durch die WHO und DGE
In den
Guidelines for Drinking Water Quality weist die WHO (World Health Organisation
= Weltgesundheitsbehörde) darauf hin, dass in den europäischen und
einigen weiteren Ländern viele Konsumenten glauben, dass natürliche
Mineralwässer medizinische Eigenschaften und andere gesundheitsrelevante
Wirkungen haben (http://www.who.int).
In Europa haben Wässer mit hohen Mineralstoffgehalten eine lange Tradition.
Die WHO akzeptiert zwar, dass einige Mineralwässer auf Grund ihres Gehaltes
an essentiellen Nährstoffen zur Nährstoffbedarfsdeckung sinnvoll
beitragen können, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass bis heute keine überzeugenden
wissenschaftlichen Belege für die postulierten positiven Effekte derartiger
Mineralwässer vorliegen. Aus diesen Gründen verzichtet die WHO in
ihren Trinkwasserrichtlinien darauf, Mindestmengen für essentielle (=
lebenswichtige) Nährstoffe anzugeben.
Die Weltgesundheitsorganisation
WHO weist weiter darauf hin, dass bei der Verwendung von Trinkwasser — auch
solchem mit sehr geringen Mineralstoffgehalten
— in vielen Ländern der Welt keine ungünstigen Auswirkungen
auf die Gesundheit bekannt geworden wären.
Auch die
DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) merkt an, dass kaum
ein Lebensmittel so regelmäßig und häufig kontrolliert wird
wie Trinkwasser und dass die Maßstäbe, die der Gesetzgeber bei Trinkwasser
anlegt, sehr hoch sind. Daher seien Trinkwasser/Leitungswasser aus der öffentlichen
Wasserversorgung einwandfrei und besonders geeignet als Durstlöscher.
Fazit
2: Wasser ist mengenmäßig unser wichtigstes Lebensmittel, das
aus Gründen des vorsorgenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes strengen
Kontrollen unterliegt. Trinkwasser ist kalorienfrei und erfüllt seine
primäre physiologische Funktion als Durstlöscher in idealer Weise.
zum
Inhaltsverzeichnis
Trinkwasserverbrauch
und Trinkwasserkonsum in Deutschland
Der durchschnittliche
Haushaltswasserverbrauch je Einwohner und Tag ist weltweit sehr unterschiedlich.
In Deutschland wurde im Jahr 2000 mit 128 l/Tag deutlich weniger Trinkwasser
verbraucht als beispielsweise in der Schweiz, Norwegen oder den USA (www.bgw.de).
In diesen Ländern ist der Pro-Kopf-Verbrauch mehr als doppelt so hoch
wie in Deutschland. Auch in deutschen Bundesländern ist der durchschnittliche
Wasserverbrauch sehr unterschiedlich (Abb.1).
Allgemein wird in den alten Bundesländern deutlich mehr Trinkwasser verbraucht
als in den neuen Bundesländern. Zum Trinken und zur Speisenzubereitung
benötigen wir ca. 5 l Wasser/Tag, das entspricht einem Anteil von 4 %
am Wasserverbrauch eines Haushalts
(Abb.
2).
Die Flüssigkeitszufuhr
und die Bedeutung von Trink- und Mineralwasser als Mineralstoffquelle in Deutschland
wurden anhand der Daten der Nationalen Verzehrsstudie (NVS) und der DONALD-Studie
untersucht (Abb.
3). Die vorliegende Auswertung beschränkt sich auf die Mineralstoffe
(Calcium Ca, Natrium Na, Magnesium Mg), die in ernährungsphysiologisch
relevanten Mengen in Getränken vorkommen können. Bei der NVS handelt
es sich um eine breit angelegte repräsentative Verzehrsstudie, an der über
23.000 Personen aller Altersgruppen teilnahmen und u.a.
über 7 Tage ein Verzehrsprotokoll führten (Adolf et al., 1995). Die
Nationale Verzehrsstudie ist die größte ihrer Art, die bisher in
Deutschland durchgeführt wurde. Bei der DONALD-Studie (Dortmund Nutritional
and Anthropometrical Longitudinally Designed Study) handelt
es sich um die größte, seit 1985 in Deutschland durchgeführte
prospektive Verzehrsstudie im Kindes- und Jugendalter (Kersting et al., 1998).
Die mittlere
Flüssigkeitszufuhr aller Altersgruppen beträgt in Deutschland 1.746
ml/Tag, wobei 1.219 ml (70 %) aus Getränken und 527 ml (30 %) aus fester
Nahrung stammen. Erwachsene haben eine Gesamtflüssigkeitsaufnahme von
1.840 ml, wobei 1.297 ml (70 %) aus Getränken und 544 ml (30 %) aus fester
Nahrung stammen (Abb.
4). In den neuen DACH-Referenzwerten (DGE et al., 2000) wird von einer
durchschnittlichen täglichen Wasseraufnahme aus festen Nahrungsmitteln
und Getränken von 2.315 ml ausgegangen. Die vorliegende Untersuchung zeigt,
dass die durchschnittliche Flüssigkeitszufuhr in Deutschland um etwa 20
% (etwa 500 ml) geringer ist, als der von den Fachgesellschaften genannte Richtwert
für die Gesamtwasserzufuhr von 1 ml/kcal vorgibt. Besonders die Wasserzufuhr
aus fester Nahrung ist signifikant geringer. Veränderungen im Ernährungsverhalten
haben dazu geführt, dass heute im Vergleich zu früher z. B. weniger
wasserreiche Suppen und Eintöpfe verzehrt werden. Eine weitere Differenzierung
zeigt, dass deutliche Geschlechtsunterschiede in der Flüssigkeitszufuhr
und im Trinkverhalten bestehen (Abb.
5). Männer haben mit 1.911 ml/Tag gegenüber Frauen (1.600 ml/Tag)
eine um 20 % höhere Wasserzufuhr. Die höhere Flüssigkeitszufuhr
resultiert allerdings in erster Linie aus dem höheren Konsum alkoholischer
Getränke, besonders Bier. Frauen trinken dagegen mehr Mineralwasser und
Obst- bzw. Gemüsesäfte als Männer.
Trinkwasser
wird von Erwachsenen überwiegend in Form von Kaffee- oder Teegetränken
(Abb.5)
zugeführt. Ein Unterschied zwischen Frauen und Männern besteht offenbar
nicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (z. B. Frankreich, Italien,
USA) ist die Bedeutung von Trinkwasser in reiner Form als Durstlöscher
in Deutschland z. Zt. noch relativ gering. Dabei hat deutsches Trinkwasser
gegenüber US-amerikanischem (hoher Chlorgehalt) oder südeuropäischem
(hygienische Probleme) aus geschmacklicher und hygienischer Sicht deutliche
Vorteile. Insgesamt wird etwa ein Drittel der täglichen Flüssigkeitszufuhr
in Form von Trinkwasser bzw. daraus bereiteten Getränken zugeführt.
Die mittlere
Trinkwasserzufuhr ist stark altersabhängig und wird in erster Linie durch
das Konsumverhalten bei Kaffee- und Teegetränken bestimmt (Abb.
6). Die Zufuhr von Trinkwasser steigt im Jugendalter stark an und liegt
in den Altersgruppen der über 25jährigen Frauen und Männer im
Mittel bei 650 ml/Tag.
In der
DONALD-Studie wurde zum Beispiel festgestellt, dass inzwischen ca. ein Viertel
der Kinder und Jugendlichen karbonisiertes Wasser aus Sprudlern trinkt (Abb.
7). Die mittlere Trinkwasserzufuhr aus Sprudlern wurde z. B. bei 13- bis
14jährigen Mädchen und Jungen mit 164 ml/Tag berechnet (Abb.
8 + 9).
Wird die Berechnung nur auf die Konsumenten von karbonisiertem Trinkwasser
beschränkt, ergibt sich für die gesamte Altersgruppe eine mittlere
Zufuhr aus Sprudlern von ca. 500 ml/Tag. Die Trinkmengen sind aber auch hier
stark altersabhängig (Abb.
10 + 11).
Auffallend ist, dass sich bei Jungen die Trinkmengen an Mineralwasser oder
gesprudeltem Trinkwasser in allen Altersgruppen nicht unterschieden. Weibliche
Teenager trinken dagegen deutlich mehr gesprudeltes Wasser als Mineralwasser.
Insgesamt hat die Einführung von Sodabereitern bzw. Sprudlern offenbar
dazu geführt, dass der Trinkwasserverzehr in Deutschland ansteigt.
Fazit
3: Die Untersuchung zeigt, dass die durchschnittliche Flüssigkeitszufuhr
in Deutschland die empfohlenen Richtwerte um etwa 20 % unterschreitet. Außerdem
wird ein erheblicher Anteil der täglich zugeführten Flüssigkeitsmenge
in Form von Genussmitteln (Kaffee, Tee, alkoholische Getränke) aufgenommen.
Diese Getränke tragen allerdings weniger zum Ausgleich der Wasserbilanz
bei, als dies Wässer mit oder ohne Kohlensäure vermögen.
Laut der
DONALD-Studie trinkt inzwischen etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen
mit Sprudlern karbonisiertes Trinkwasser. Weibliche Teenager trinken deutlich
mehr gesprudeltes Wasser als Mineralwasser, wobei diese Mengen bei Jungen weitgehend
gleich sind.
zum
Inhaltsverzeichnis
Ernährungsphysiologische
Bedeutung von Mineralstoffen
Calcium. Im
Körper des erwachsenen Menschen befinden sich, je nach Skelettbau, 750
bis 1.300 g Calcium. Hiervon sind mehr als 99,5 % in Knochen und Zähnen
lokalisiert. Calcium dient aber nicht nur als Bausubstanz der o. g. Hartgewebe,
sondern hat im Organismus zahlreiche weitere Aufgaben. So hat Calcium eine
wichtige Funktion bei der Stabilisierung von Zellmembranen, der intrazellulären
Signalübermittlung, der Reizübertragung im Nervensystem, der elektromechanischen
Kopplung im Muskel sowie bei der Blutgerinnung. Ein Bilanzgleichgewicht, d.h.
Zufuhr und Exkretion sind ausgeglichen, wird bei jungen Erwachsenen bei einer
täglichen Calciumzufuhr von 500 bis 600 mg erreicht. Da eine maximale
Calciumretention sowie ein maximaler Calciumgehalt des Knochens erst bei einer
täglichen Calciumzufuhr von 900 mg erreicht wird, wurde von nationalen
(DGE et al., 2000) und internationalen Fachgesellschaften (IOM, 1997) durchweg
ein Referenzwert von 1000 mg Calcium/Tag festgelegt. Der neue Referenzwert
wurde gegenüber früheren Empfehlungen für die tägliche
Calciumzufuhr deutlich angehoben. Ein wichtiger Grund hierfür stellt der
veränderte Lebensstil unserer Bevölkerung dar. Inaktivität und
fehlender Aufenthalt im Freien führen zu einem höheren Calciumbedarf.
Calcium wird bei unzureichender Vitamin-D-Versorgung — Vitamin D wird
in erster Linie in der Haut unter Einfluss von Sonnenlicht gebildet
— weniger gut absorbiert und auf Grund der Inaktivität weniger gut
vom Knochen retiniert (= aufgenommen). Daher ist regelmäßige und
ausreichende körperliche Aktivität im Freien für die Calciumversorgung
von großer Bedeutung. Da eine überhöhte Calciumzufuhr zu Nebenwirkungen
führen kann, wird von einer tolerierbaren Obergrenze von 2 g/Tag ausgegangen.
Unsere wichtigsten Calciumlieferanten sind Käse, Milch, Milchprodukte und
Gemüse.
Magnesium. Der
Körperbestand an Magnesium beträgt etwa 25 g, wobei sich 60 % im
Skelett und 30 % in der Muskulatur befinden. Magnesium hat eine wichtige Funktion
als Aktivator zahlreicher Enzyme, besonders im Energiestoffwechsel, und ist
an der Synthese von Nukleinsäuren beteiligt . Außerdem spielt es
eine wichtige Rolle bei der neuromuskulären Reizübertragung an den
Synapsen sowie bei der Muskelkontraktion. In Bilanzuntersuchungen wurde ein
Durchschnittsbedarf von 330 mg Magnesium/Tag ermittelt. Daher wurden die Referenzwerte
für die tägliche Magnesiumzufuhr — in Abhängigkeit von
Geschlecht und Alter — auf 300 bis 400 mg festgelegt (DGE, 2000). Da
eine überhöhte Magnesiumzufuhr zu osmotisch bedingten Durchfällen
und Funktionsbeeinträchtigungen im Zentralnervensystem führen kann,
wurde für die zusätzliche Zufuhr mit Supplementen eine sichere Obergrenze
von 350 mg/Tag festgelegt. Die wichtigsten Magnesiumquellen unserer Nahrung
sind Vollkornprodukte, Bananen und Gemüse.
Bioverfügbarkeit
von Mineralstoffen. Um für den Organismus verfügbar zu sein,
müssen Mineralstoffe in löslicher Form — entweder ionisiert
oder komplex gebunden — vorliegen. Die Absorptionsrate ist außerdem
stark abhängig von der angebotenen Menge: geringere Zufuhrmengen werden
im Vergleich zu hohen Zufuhrmengen signifikant besser absorbiert.
Die Bioverfügbarkeit
wird für Calcium mit 25 bis 45 % und für Magnesium mit 35 bis 70
% angegeben (Schaafsma, 1997). Die Bioverfügbarkeit von Mineralstoffen
aus Wasser wurde lange Zeit als eher gering angesehen. Mit modernen Tracermethoden
(= Verabreichung stabiler Isotope) durchgeführte Untersuchungen am Menschen
haben für Calcium ebenfalls eine Bioverfügbarkeit von 25 bis 45 %
aus Wasser ergeben. Damit ist die Bioverfügbarkeit für Calcium aus
Wasser genauso ebenso hoch wie aus Milch (Heaney und Dowell, 1994; Couzy et
al., 1995; Wynckel., et al., 1997).
Fazit
4: Calcium und Magnesium sind lebenswichtige Mineralstoffe. Der Bedarf
ist u.a. abhängig vom Lebensstil. Körperliche Inaktivität erhöht
den Calciumbedarf. Die wichtigsten Calcium- und Magnesiumquellen sind feste
Nahrungsmittel und Milch. In Wässern vorkommende Mineralstoffe verfügen über
eine hohe Bioverfügbarkeit.
zum
Inhaltsverzeichnis
Versorgungssituation
mit Mineralstoffen in Deutschland
In Deutschland liefert
eine durchschnittliche, abwechslungsreiche und energieadäquate Mischkost
alle essentiellen Nährstoffe — mit Ausnahme von Jod —
in ausreichenden Mengen (DGE, 1996; DGE, 2000). Eine Nahrungsergänzung
durch spezielle Supplemente oder besonders angereicherte Lebensmittel ist daher
nicht erforderlich. Bei Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stellen
feste Nahrungsmittel die wichtigsten Nährstofflieferanten dar (Adolf et
al., 1994; Adolf et al., 1995).
zum
Inhaltsverzeichnis
Bedeutung
von Trink- und Mineralwasser als Mineralstoffquellen
Wie bereits
gezeigt wurde, sind Trinkwasser und daraus hergestellte Aufgussgetränke
mengenmäßig nicht unbedeutend. Trinkwässer können daher
wie Mineralwässer und andere Erfrischungsgetränke auch zur Mineralstoffbedarfsdeckung
beitragen. Der Mineralstoffgehalt von Trinkwasser variiert nur in gewissen
Grenzen in Abhängigkeit von den lokalen Gegebenheiten. Da hohe Mineralstoffgehalte
(z. B. Calcium oder Magnesium) zu einem Verkalken der Wasserleitungssysteme
und zu Schäden an Wasser verbrauchenden Geräten (z. B. Waschmaschinen)
führen würden, wurden für Trinkwasser in der Trinkwasserverordnung
entsprechende Höchstmengen festgelegt. So
gilt z. B. für Calcium eine Obergrenze von 400 mg/l, für Magnesium
von 50 mg/l und für Natrium von 150 mg/l.
Um die
Bedeutung von Trinkwasser als Mineralstoffquelle abschätzen zu können,
wurden von uns Calcium-, Magnesium- und Natriumgehalte in einer repräsentativen
Stichprobe von 216 bundesdeutschen Trinkwässern mit Hilfe der Angaben
der Wasserversorgungsunternehmen untersucht (Abb.
12). Zu Vergleichszwecken wurde eine Stichprobe von 234 Mineralwässern
mit regionaler oder überregionaler Bedeutung herangezogen. Hierbei wurden
die auf den Etiketten genannten Analysenwerte beurteilt.
zum
Inhaltsverzeichnis
Bedeutung
des Calciumgehaltes in Trink- und Mineralwässern
Unsere
Analyse der Calciumgehalte zeigt, dass 61,4 % der untersuchten Mineralwässer
Calciumgehalte innerhalb des auch bei Trinkwässern beobachteten Bereichs
der Calciumgehalte (weniger als 170 mg/l) aufweisen (Abb.
13). Die Calciumgehalte der Trink- und Mineralwässer überschneiden
sich demzufolge stark (Abb.
14).
Der Calciumgehalt
unserer Lebensmittel weist große Unterschiede auf (Abb.
15). Käse, Milch und Milchprodukte verfügen über die mit
Abstand höchsten Calciumgehalte. Bei Verzicht auf diese Lebensmittelgruppe
ist eine ausreichende Calciumbedarfsdeckung durch andere Lebensmittelgruppen
fast nicht zu erreichen. Über die Bedeutung einer Lebensmittelgruppe für
die Versorgung mit einem Nährstoff entscheidet aber nicht nur der absolute
Gehalt, sondern auch die Höhe der durchschnittlich verzehrten Lebensmittelmenge. Über
die Bedeutung einzelner Lebensmittelgruppen orientiert ( Abb.
16 ) . Die mit Abstand wichtigsten Mineralstoffquellen in der Nahrung
des Menschen sind demnach feste Nahrungsmittel. Unter Zugrundelegung
des mittleren Calciumgehaltes deutscher Trinkwässer von 77,4 mg/l trägt
das Lebensmittel Trinkwasser in der Gesamtbevölkerung zu ca. 6 % zur Calciumversorgung
bei (Abb.
17 + 18).
Bei einem Calciumgehalt von 136 mg/l (= 95er Perzentile der Calciumgehalte
deutscher Trinkwässer) würde Trinkwasser 11 % der täglichen
Calciumzufuhr liefern (Abb.
19 + 20).
Die Bedeutung von Trinkwasser als Calciumquelle ist bei Erwachsenen auf Grund
der höheren Trinkwasserzufuhr natürlich größer als bei
Kindern und Jugendlichen.
Vergleichend
hierzu wurde auch die Bedeutung von Mineralwässern als Calciumquelle unter
den Bedingungen einer bundesdeutschen Durchschnittskost analysiert. Ausgehend
von einem mittleren Calciumgehalt von 180 mg/l trägt Mineralwasser bei
Personen, die in dem 7-Tage-Verzehrsprotokoll mindestens einmal Mineralwasser
protokolliert haben, mit 6 % zur Calciumversorgung bei (Abb.
21 + 22).
Wird die Auswertung auf jene Personen begrenzt, die mindestens 100 ml Mineralwasser
pro Tag getrunken haben, dann trägt Mineralwasser im Mittel mit 10,4 %
zur Calciumversorgung bei (Abb.
23 + 24). Es
müssten täglich mindestens 5 l eines Mineralwassers mit durchschnittlichem
Calciumgehalt oder 13 l Trinkwasser getrunken werden, um die
empfohlene Tageszufuhr an Calcium mit Hilfe dieser Lebensmittel zu erreichen (Abb.25).
Fazit
5: Die Untersuchungen zeigen, dass bei üblichen bundesdeutschen Verzehrsgewohnheiten
Trink- und Mineralwässer nur in geringem und vergleichbarem Umfang zur
Calciumversorgung beitragen. Eine Scheibe Emmentaler (= 50 g) deckt den Calciumbedarf
des Erwachsenen immerhin zu ca. 50 % und ein Glas Milch (= 0,2 l) zu 12%.
zum
Inhaltsverzeichnis
Vergleich
des Magnesiumgehaltes in Trink- und Mineralwässern
Eine genauere
Analyse zeigt aber auch hier, dass 53,9 % der untersuchten Mineralwässer
Magnesiumgehalte innerhalb des auch bei Trinkwässern ermittelten Bereichs
(unter bzw. gleich 42 mg/l) aufweisen (Abb.
26). Die Magnesiumgehalte der Trink- und Mineralwässer überschneiden
sich daher deutlich (Abb.
27). Auffallend ist der hohe Anteil von Mineralwässern mit sehr geringem
Magnesiumgehalt (unter 10 mg/l).
Ähnlich
wie beim Calcium auch, sind es in erster Linie feste Lebensmittel, die hohe
Magnesiumgehalte aufweisen. Während allerdings beim Calcium Käse
und Milch als die wichtigsten Quellen dominieren, weisen in erster Linie Lebensmittel
pflanzlichen Ursprungs überdurchschnittliche Magnesiumgehalte auf (Abb.
28.). Die höchsten Gehalte weisen Nüsse und Vollkornprodukte
auf, gefolgt von Gemüse- und Obstarten. Die mittlere tägliche Magnesiumzufuhr
liegt mit 300 bis 400 mg im Bereich der empfohlenen Tageszufuhr. Die Bedeutung
einzelner Lebensmittelgruppen für die Magnesiumbedarfsdeckung ist der
(Abb.
29)zu entnehmen. Trink- und Mineralwasser tragen mit deutlich weniger als
10 % zur Magnesiumbedarfsdeckung bei.
Wird dem Trinkwasser ein mittlerer Magnesiumgehalt von 12,7 mg/l zu Grunde gelegt,
dann trägt Trinkwasser in der Gesamtbevölkerung zu 2,3 % zur Magnesiumversorgung
bei (Abb.
30 + 31).
Wird von einem höheren Magnesiumgehalt im Trinkwasser ausgegangen (30 mg/l;
entsprechend der 95er Perzentile), dann trägt Trinkwasser zu 5,3 % bei
(Abb.
32 + 33). Es
müssten täglich mindestens 6 l eines Mineralwassers mit durchschnittlichem
Magnesiumgehalt oder 25 l Trinkwasser getrunken werden, um
die empfohlene Tageszufuhr an Magnesium mit Hilfe dieser Lebensmittel zu erreichen (Abb.
34).
Fazit
6: Feste Nahrungsmittel sind mit Abstand unsere wichtigsten Magnesiumquellen.
Eine bedarfsdeckende Magnesiumversorgung wird in Deutschland auch ohne hohe
Magnesiumgehalte im Trinkwasser durch Verzehr einer durchschnittlichen Kostform
erreicht. Ein Glas Mineralwasser (= 0,2 l) mit einem weit
überdurchschnittlichen Magnesiumgehalt von 100 mg/l trägt z. B. nur
zu 5,7 % zur Magnesiumbedarfsdeckung des Erwachsenen bei, eine Scheibe Vollkornbrot
immerhin zu 15 %.
zum
Inhaltsverzeichnis
Vergleich
des Natriumgehaltes in Trink- und Mineralwässern
Die mittlere
Natriumzufuhr mit einer landesüblichen Mischkost ist wesentlich höher,
als dies von den Fachgesellschaften empfohlen wird. Daher wird eine hohe Natriumzufuhr über
Getränke heute eher als unerwünscht angesehen. Mineralwässer
weisen wesentlich höhere Natriumgehalte auf als Trinkwässer (Mittelwerte:
174,2 vs. 19 mg/l; Mediane: 48 vs. 15,5 mg/l). Eine genauere Analyse zeigt,
dass 96,2 % der untersuchten Trinkwässer Natriumgehalte unter 50 mg/l,
aber nur 51,1 % der Mineralwässer Natriumgehalte in diesem Bereich aufweisen
(Abb.
35). 41,2 % der untersuchten Mineralwässer weisen Natriumgehalte
über 100 mg/l auf, wobei ein Höchstwert von über 3.000 mg/l ermittelt
wurde (Abb.
36). Heilwässer, die nur auf ärztliche Anweisung regelmäßig
getrunken werden sollten, haben noch wesentlich höhere Natriumgehalte.
Einige natriumreiche Heilwässer werden allerdings nicht selten ebenfalls
als Durstlöscher verwendet.
Fazit
7: Trinkwässer tragen auf Grund ihrer geringen Natriumgehalte nicht
zu der weit verbreiteten hohen Natriumaufnahme bei (Abb.
37 - 40).
Trinkwässer können daher in der kochsalzarmen Diät des Hypertonikers
bedenkenlos eingesetzt werden.
zum
Inhaltsverzeichnis
Wässer
mit und ohne Kohlensäure, pur oder gemischt mit Fruchtsäften oder
anderen Geschmacksträgern sind zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs
besonders geeignet und werden daher von wissenschaftlichen Fachgesellschaften
empfohlen. Die Bedeutung derartiger Getränke als Mineralstoffquellen wird
deutlich überschätzt. Mineralstoffe
werden überwiegend mit festen Nahrungsmitteln aufgenommen. Eine
abwechslungsreiche Mischkost, wie diese von der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung und vielen anderen internationalen Fachgesellschaften empfohlen
wird, sorgt für eine sicher ausreichende Bedarfsdeckung mit lebenswichtigen
Vitaminen und Mineralstoffen. Auch die Gefahr einer überhöhten Zufuhr
mit unerwünschten Nahrungsinhaltsstoffen wird durch eine derartige Kostform
minimiert.
Trinkwasser
steht in Deutschland in ausreichender Menge und hoher Qualität zur Verfügung,
ist kalorienfrei und preiswert. Wer
statt "stillem" Trinkwasser ein kohlensäurehaltiges Getränk
bevorzugt, kann durch Sodabereiter oder Sprudler aus Trinkwasser ein sprudelndes
Wasser selbst herstellen und hiermit seinen Durst löschen.
zum
Inhaltsverzeichnis
Adolf, T., Eberhardt,
W., Heseker, H., Hartmann, S., Herwig, A., Matiaske, B., Moch, K.J., Schneider,
R., Kübler, W.,: Lebensmittel- und Nährstoffaufnahme in der Bundesrepublik
Deutschland. Ergänzungsband zum Ernährungsbericht 1992. In: Kübler,
W., Anders, H.J., Heeschen, W. (Hrsg.): Band XII der VERA-Schriftenreihe.
Wissenschaftlicher Fachverlag Dr.Fleck, Niederkleen (1994), 241 S.
Adolf, T., Schneider, R., Eberhardt, W., Hartmann, S., Herwig, A., Heseker,
H., Hünchen, K., Kübler, W., Matiaske, B., Moch, K.J., Rosenbauer,
J.: Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie (1985-1988)
über die Lebensmittel- und Nährstoffaufnahme in der Bundesrepublik
Deutschland. In: Kübler, W., Anders, H.J., Heeschen, W. (Hrsg.): Band
XI der VERA-Schriftenreihe. Wissenschaftlicher Fachverlag Dr.Fleck, Niederkleen
(1995), 241 S.
Couzy, F., Kastenmayer, P., Vigo, M., Clough, J., Munoz-Box, R., Barclay, D.V.:
Calcium bioavailability from a calcium- and sulfaterich mineral water, compared
with milk, in young adult women. Am. J. Clin. Nutr. 62: 1239-1244 (1995)
DGE, ÖGE, SGE/SVE (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.
S. 145-150. 1. Auflage. Umschau/Braus, Frankfurt (2000)
DGE (Hrsg.): Ernährungsbericht 1996. Druckerei Henrich, Frankfurt (1996)
DGE (Hrsg.): Ernährungsbericht 2000. Druckerei Henrich, Frankfurt (2000)
DGE-Arbeitskreis Sport und Ernährung: Trinkempfehlungen für den Breitensport.
DGE-Info 4/2001
Elmadfa, I., Leitzmann, C.: Ernährung des Menschen. S. 264-265. 3. Aufl.,
Ulmer, Stuttgart (1998)
Heaney, R.P., Dowell, M.S.: Absorbability of the calcium in a high-calcium
mineral water. Osteoporos Int 4: 323-324 (1994)
IOM: Dietary Reference Intakes for calcium, phosphorus, magnesium, vitamin
D, and fluoride. National Academy Press, Washington (1997)
Kersting, M., Sichert-Hellert, W., Alexy, U., Manz, F., Schöch, G.: Macronutrient
intake of 1 to 18 year old German children and adolescents. Z. Ernährungswiss.
37: 252-259 (1998)
Morlion, B.J.: Wasser, Elektrolyte und Säure-Basen-Haushalt. S. 159-161.
In: Biesalski, H.K. et al.: Ernährungsmedizin. 2. Auflage, Thieme, Stuttgart
(1999)
Schaafsma, G.: Bioavailability of calcium and magnesium. Eur. J. Clin. Nutr.
51 (Suppl.): S13-S16 (1997)
Volkert, D.: Ernährung im Alter. UTB, Quelle & Meyer, Wiesbaden (1997)
Wynckel, A., Hanrotel, C., Wuillai, A., Chanard, J.: Intestinal calcium absorption
from mineral water. Miner. Electrolyte Metab. 23: 88-92 (1997)
zum
Inhaltsverzeichnis
Lange Zeit wurde koffeinhaltigen Getränken,
wie zum Beispiel Kaffee, nachgesagt, dass sie dem Körper Flüssigkeit
entziehen. Es stimmt, dass Koffein harntreibend wirkt. Dieser Effekt ist jedoch
nur vorübergehend und bei
Personen, die regelmäßig Kaffee oder Tee genießen weniger
stark ausgeprägt. Der Flüssigkeitshaushalt gleicht sich innerhalb
eines Tages wieder aus. Allerdings ist Kaffee trotzdem kein idealer Durstlöscher,
denn ein Zuviel an Koffein kann auch unerwünschte Wirkungen auf Herz und
Kreislauf haben. Gegen den täglichen moderaten Genuss von bis zu vier
Tassen Kaffee mit 350 mg Koffein ist allerdings nichts einzuwenden.
(Quelle: DGE-aktuell 01/2005 vom 12.01.2005)
zum
Inhaltsverzeichnis
|
|