Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser
und Tafelwasser
(Mineralwasserverordnung, Mineral- und Tafelwasserverordnung)
Zitat aus §1 der Verordnung über natürliches
Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser
"(1)
1
Diese Verordnung gilt für das Herstellen,
Behandeln und Inverkehrbringen von natürlichem Mineralwasser,
von Quellwasser und Tafelwasser sowie von sonstigem in
zur Abgabe an den Verbraucher bestimmten Fertigpackungen
abgefülltem Trinkwasser.
2 Sie gilt nicht für
Heilwasser.
3Soweit diese Verordnung nichts anderes bestimmt,
gelten für Quellwasser und für sonstiges Trinkwasser
nach Satz 1 im Übrigen die Vorschriften der >>
Trinkwasserverordnung.
(2) Dem Verbraucher stehen Gaststätten, Einrichtungen
zur Gemeinschaftsverpflegung sowie Gewerbetreibende, soweit
sie Erzeugnisse im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 zum Verbrauch
in ihrer Betriebsstätte beziehen, gleich."
Zitat aus §2 der Verordnung über natürliches
Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser
"Natürliches Mineralwasser ist
Wasser, das folgende besondere Anforderungen erfüllt:
1. Es hat seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen
geschützten Wasservorkommen und wird aus einer oder
mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen
Quellen gewonnen;
2. es ist von ursprünglicher Reinheit und gekennzeichnet
durch seinen Gehalt an Mineralien, Spurenelementen oder sonstigen
Bestandteilen und gegebenenfalls durch bestimmte, insbesondere
ernährungsphysiologische Wirkungen;
3. seine Zusammensetzung, seine Temperatur und seine übrigen
wesentlichen Merkmale bleiben im Rahmen natürlicher
Schwankungen konstant; durch Schwankungen in der Schüttung
werden sie nicht verändert."
um die Reinheit zu gewährleisten gibt es
>> chemische
Grenzwerte (Vergleich Trinkwasser und Mineralwasser)
und
>> biologische Grenzwerte:
Zitat aus §4 der Verordnung über natürliches
Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser
"1) 1Natürliches Mineralwasser muß frei
sein von Krankheitserregern. 2Dieses Erfordernis gilt als
nicht erfüllt, wenn es in 250 Milliliter Escherichia
coli, coliforme Keime, Faekalstreptokokken oder Pseudomonas
aeruginosa sowie in 50 Milliliter sulfitreduzierende, sporenbildende
Anaerobier enthält. 3Die Koloniezahl darf bei einer
Probe, die innerhalb von 12 Stunden nach der Abfüllung
entnommen und untersucht wird, den Grenzwert von 100 je Milliliter
bei einer Bebrütungstemperatur von 20 Grad +- 2 Grad
C und den Grenzwert von 20 je Milliliter bei einer Bebrütungstemperatur
von 37 Grad +- 1 Grad C nicht überschreiten.
(2) 1Bei natürlichem Mineralwasser soll außerdem
die Koloniezahl am Quellaustritt den Richtwert von 20 je
Milliliter bei einer Bebrütungstemperatur von 20 Grad
+- 2 Grad C und den Richtwert von 5 je Milliliter bei einer
Bebrütungstemperatur von 37 Grad +- 1 Grad C nicht überschreiten.
2Natürliches Mineralwasser darf nur solche vermehrungsfähigen
Arten an Mikroorganismen enthalten, die keinen Hinweis auf
eine Verunreinigung bei dem Gewinnen oder Abfüllen
geben."
Tafelwasser darf nur so hergestellt werden,
dass die in der >> Trinkwasserverordnung festgelegten
>> chemischen Grenzwerte eingehalten
sind. Zur Herstellung dürfen nur natürliche Mineralwässer oder
Trinkwasser oder Meerwasser benutzt werden. Das Wasser kann
mit geeigneten Verfahren behandelt werden. Es kann durch
Wasserentzug aus natürlichem Mineralwasser ein höherer Salzgehalt
erzeugt werden. Eine völlige Reinigung durch Umkehrosmose
und nachfolgende Zugabe von zulässigen Mineralstoffen ist
möglich. Somit kann Tafelwasser mit einem hohen Reinheitsgrad
und genau definiertem Mineralstoffgehalt hergestellt werden. Der
Einsatz von Kleinfiltrationsanlagen im Privathaushalt zur
Erzeugung von Umkehrosmosewasser (RO-Wasser von Reverse Osmosis)
ist in Fachkreisen sehr umstritten, weil oft durch verkeimte,
unsachgemäß gewartete Filter im Privathaushalt mehr Schaden
als Nutzen entsteht. Industruiell erzeugtes Tafelwasser,
das mit Umkehrosmose gereinigt wurde, ist in der Regel einwandfrei.
Die Abfüllung kann außerhalb des Quellortes erfolgen.
weitere Informationen:
http://bundesrecht.juris.de/min_tafelwv/index.html
http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/1281.htm (Umkehrosmose,
Rotes Kreuz)